Anleger in der Zinsfalle - Zinserträge auf dem Tiefststand

Die meisten Anleger erzielen kaum noch Erträge mit ihren Sparguthaben. Wer sein Geld zum Beispiel für zehn Jahre an die Bundesrepublik verleiht, muss sich im aktuellen  Zinstief mit einem Ertrag von deutlich unter 0,20 % p. a. zufrieden geben. Durch die Politik der EZB wird sich auf absehbare Zeit daran auch nicht viel ändern. Deutsche Anleger haben aber ca. 2,0 Bio. Euro in Tages- und Festgelder investiert und laufen regelrecht Gefahr schleichend enteignet zu werden. Oder sie gehen auf der Suche nach vermeintlich ähnlich sicheren Anlagen unverhältnismäßig hohe Risiken ein.

Eine über viele Jahre als gesichert geltende grundsätzliche Klarheit darüber, welche Anlageformen relativ stabile und sichere Erträge erwarten lassen, ist mit der aktuellen Situation über Bord geworfen. Durch den nachhaltigen Rückgang der Zinsen über mehrere Jahrzehnte und das jetzt erreichte Zinsniveau können die Erträge der Vergangenheit nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden. Denn es sind ja nicht nur die ohne Zweifel am stärksten betroffenen Rentenmärkte, die kein attraktives Ertrags- Risiko-Verhältnis mehr bieten, die Auswirkungen werden alle Bereiche betreffen, die bisher die Basis der meisten Portfolios bilden, sprich Lebensversicherungen, Immobilien, Tages- und Festgeld, ja sogar die Aktienanlage wie auch defensiv aufgestellte Rentenfonds und vermögensverwaltende Fonds.

Am schlimmsten sieht die Situation im Bereich klassischer Rentenfonds sowie herkömmlicher Mischfonds aus. Viele Anleger sehen darin offenbar immer noch einen sicheren Hafen, sonst wäre kaum zu erklären, dass die Rentenfonds noch im November 2014 zu den Fonds mit den höchsten Absatzzahlen gehört haben, gefolgt eben von den herkömmlich gemanagten Mischfonds. Der Grund dafür kann eigentlich nur die bis vor Kurzem noch recht gute Performance an den Rentenmärkten sein. Der bis in die jüngste Zeit anhaltende starke Rückgang der Zinsen hatte dazu geführt, dass der Ertrag eines Investments etwa in deutsche Staatsanleihen zu einem immer höheren Anteil durch Kursgewinne bestimmt wurde. So stieg der REX Performance Index im Jahr 2014 um 7,1 Prozent, wovon allein 5,7 Prozentpunkte auf Kursgewinne entfielen. 

Auch im laufenden Jahr dominieren bisher Kursgewinne den Ertrag. Die aktuelle Situation wird gravierende Auswirkungen haben für Anleger in einem klassischen Rentenportfolio aus Staats- und Unternehmensanleihen. Zum einen werden die Kuponzahlungen der Anleihen nur noch einen minimalen Ertrag abwerfen, zum anderen ist aufgrund noch weiter sinkender Zinsen nicht mehr mit zusätzlichen Kursgewinnen zu rechnen. Unter dem Strich steht somit allenfalls eine Null vor dem Komma einer nur noch hauchdünnen Performance. Diese Problematik betrifft, wenn auch vielleicht in abgeschwächter Form, die meisten klassischen Misch- oder Multi-Asset Fonds, weil diese sich für den defensiven Teil ihres Portfolios nach wie vor der Anleihenmärkte bedienen.

Doch was ist die Lösung?

Angesichts vergleichsweise attraktiver Dividendenzahlungen, die deutsche und internationale Aktien zum Teil derzeit abwerfen, sind sie in gewisser Weise eine Lösung. Das ist ein Grund dafür, dass es an den Aktienmärkten zuletzt zu erheblichen Kursgewinnen gekommen ist. Aber auch wenn sich die aktuell niedrigen Zinsen vor allem aufgrund der damit gesunkenen Refinanzierungskosten der Unternehmen vorerst noch eher positiv auf die Aktienmärkte auswirken werde, darf man eines nicht vergessen: Sobald der Zinstrend nach oben dreht, werden viele Investoren ihre Aktieninvestments zugunsten der dann wieder attraktiver werdenden Rentenmärkte auf den Prüfstand stellen. Zudem ist der Aktienmarkt wesentlich höheren Schwankungen unterworfen und schon deshalb keine alleinige Alternative für Anleger, die das Risiko scheuen. Da niemand abschätzen kann, wie sich die Zukunft entwickelt, gibt es nicht den einen richtigen Weg. Anleger sollten deshalb folgende wichtige Grundsätze beachten:

 

1.       Anlageklassen diversifizieren und Risiken somit besser streuen.

2.       Halten Sie eine Aktienquote! Achten Sie aber darauf, dass diese zu Ihrer Risikotragfähigkeit passt. Wir bieten hierzu professionelle und wissenschaftlich fundierte Verfahren an.

3.       Bei Renten/Anleihen nur höchste Bonitäten mit kurzen Laufzeiten wählen oder in flexible, gemanagte Rentenstrategien investieren.

4.       Achten Sie auf die Kosten in den Strategien. Sie müssen gerechtfertigt und verhältnismäßig sein, sodass sie eine faire Chance auf bessere Erträge bieten.

5.       Wichtig ist Klarheit über Ihre Anlageziele. Investieren Sie hier genauso viel Zeit wie in die Entwicklung Ihrer Strategie.

6.       Lassen Sie sich nicht beirren – auch bei einer guten Anlagestrategie braucht Erfolg Zeit. In turbulenten Marktphasen schützt Sie dieses Bewusstsein vor übereilten Schritten.

 

60 Jahre Kapitalmarktforschung belegen, dass 90 Prozent des Anlageerfolges auf der Vermögensstruktur, also die Aufteilung der Anlagen nach Anlageklassen (Aktien, Renten, Immobilien, etc.) basiert und nicht auf der Fähigkeit, Marktentwicklungen vorherzusehen.

Wenn Sie ein nachhaltiges Ergebnis anstreben, beraten wir Sie gerne bei der Struktur Ihrer Anlagen! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.